Rückblick: 3. Aikido-Seminar mit Junya Nakatsugawa 2026 in Waiblingen
„Everything is important. Everything.“ Nichts ist nebensächlich. Jede Bewegung, jede Intention, jeder Atemzug zählt. Und manchmal liegt der größte Fortschritt darin, sich für das vermeintlich Einfache Zeit zu nehmen.
Zum dritten Mal durften wir Junya Nakatsugawa vom New York Aikikai bei uns in Waiblingen begrüßen. Wer auf ein möglichst großes Repertoire an Techniken gehofft hatte, wurde eines Besseren belehrt. Denn diesmal galt ganz besonders: mehr Fokus, mehr Arbeit am Wesentlichen.
Statt viele verschiedene Übungen aneinanderzureihen, nahm sich Junya Sensei für einzelne Form bewusst mehr Zeit. Wiederholen, korrigieren, erneut versuchen. Und noch einmal. Was zunächst einfach aussah, offenbarte mit jeder Wiederholung neue Feinheiten. So, wie wir es von Junya Sensei kennen und lieben. Ein weiterer Schwerpunkt lag in diesem Jahr auch auf dem Ki – im Aikido weit mehr als ein abstrakter Begriff. Junya Sensei vermittelte dazu auch theoretische Hintergründe, vor allem aber ließ er uns erleben, was damit gemeint ist. Durch bewusste Atmung, Konzentration und gezielte Bewegungen übten wir, Energie nicht nur zu spüren, sondern sie zu verlängern und in eine klare Richtung fließen zu lassen. Immer wieder ging es darum, ins eigene Zentrum zu finden, bei sich selbst anzukommen und von dort aus in Verbindung mit dem Partner zu handeln.
Das klang manchmal einfacher, als es war. Gerade die ruhigen, unspektakulären Übungen verlangten viel Aufmerksamkeit. Wer glaubte, eine Bewegung bereits verstanden zu haben, entdeckte beim nächsten Versuch oft noch etwas, das sich verbessern ließ. Genau das war eine der zentralen Botschaften von Junya Sensei: Im Aikido gibt es keinen Punkt, an dem man einfach fertig ist und alles beherrscht. Es bleibt immer etwas zu lernen, immer etwas zu verfeinern. Und das erfordert kontinuierliche, ernsthafte Arbeit.
Einen eigenen Akzent setzte Joanne Ellis Sensei mit ihrer Trainingseinheit. Bei ihr rückten weniger die präzisen Details einzelner Bewegungen in den Vordergrund, sondern vielmehr das Feingefühl für den Partner und den gemeinsamen Flow. Aufeinander reagieren, Impulse aufnehmen, Bewegungen entstehen lassen, statt sie erzwingen zu wollen. Eine schöne Ergänzung!
Am Ende blieb nicht das Gefühl, nun alles zu können. Eher das Gegenteil: das Bewusstsein, wie viel es noch zu entdecken gibt. Aber auch die Erfahrung, dass sich durch Geduld, Aufmerksamkeit und beharrliches Üben tatsächlich etwas verändert. Manchmal ganz unscheinbar. Und dann plötzlich sehr deutlich.
Wir danken Junya Sensei und Joanne Sensei für einen intensiven Lehrgang, der uns nicht nur technisch, sondern auch in unserem Verständnis von Aikido weitergebracht hat. Und wir freuen uns schon auf das nächste Mal!
English version
Recap: 3rd Aikido Seminar with Junya Nakatsugawa in Waiblingen, 2026
“Everything is important. Everything.” Nothing is insignificant. Every movement, every intention, every breath matters. And sometimes, the greatest progress comes from taking the time to explore what seems simple.
For the third time, we had the pleasure of welcoming Junya Nakatsugawa from the New York Aikikai to Waiblingen. Anyone hoping to work through a wide variety of techniques was in for a surprise. This time, the emphasis was on greater focus and deeper work on the essentials.
Rather than moving quickly from one exercise to the next, Junya Sensei deliberately took more time with each form. Repeat, correct, try again. And again. What seemed simple at first revealed new subtleties with every repetition. Just as we’ve come to know and love about Junya Sensei’s teaching.
Joanne Ellis Sensei brought her own perspective to the mat during her session. Rather than focusing on the precise details of individual movements, she emphasized sensitivity to our partners and finding a shared flow. Responding to each other, picking up on subtle cues, and allowing movements to unfold rather than forcing them. A wonderful complement to Junya’s approach!
By the end of the seminar, we certainly didn’t feel like we had mastered it all. Quite the opposite: We left with a renewed awareness of just how much there still is to discover. But also with the experience that patience, attention, and persistent practice really do make a difference. Sometimes almost imperceptibly. And then, all of a sudden, unmistakably.
Our heartfelt thanks go to Junya Sensei and Joanne Sensei for an intensive seminar that helped us grow not only technically, but also in our understanding of Aikido. We’re already looking forward to next time!








































