Rückblick: Jubiläums-Lehrgang in Waiblingen mit Junya Nakatsugawa (6. Dan Aikikai Shodoin)

„You see? Easy!“ Junya Sensei zeigte nichts Spektakuläres. Aber vermeintlich Bekanntes wurde unbequem präzise. Und er sah sehr genau, was bei wem wie ausbaufähig war.

Zum zweiten Mal durften wir Junya Nakatsugawa vom New York Aikikai bei uns in Waiblingen begrüßen. Allen Teilnehmenden war schnell klar: Das würde kein Lehrgang zum bloßen „Techniken sammeln“ werden. Aikidoka aus nah und fern kamen zusammen, um drei intensive Tage zu trainieren – und gemeinsam zu wachsen.

Ein zentrales Thema des Lehrgangs war die bewusste Rückkehr zu den Grundlagen. Immer wieder führte Junya Sensei die Übungen auf scheinbar einfache Ausgangspunkte zurück: Stand, Abstand, Verbindung. Dinge, die man kennt – oder zu kennen glaubt. Gerade darin lag die Herausforderung. Bekannte Bewegungen wurden plötzlich unbequem präzise. Kleine Korrekturen hatten große Wirkung. Anfänger wie Fortgeschrittene profitierten gleichermaßen von seinem scharfen Blick und den gezielten, persönlichen Hinweisen.

Besonders positiv fiel vielen Teilnehmenden der Schwerpunkt auf Ukemi auf. Ein Bereich, der auf Lehrgängen oft zu kurz kommt, bekam hier bewusst Raum. Es ging nicht nur ums Fallen, sondern um Wahrnehmung, Timing und Vertrauen – in den Partner und in sich. Für einige war das anstrengend, für viele überraschend, für alle eine echte Bereicherung.

Trotz der hohen Intensität blieb die Atmosphäre durchgehend offen und angenehm. Junya Sensei unterrichtete konzentriert, aber nahbar zugleich. Er lobte sparsam, motivierte großzügig – und hatte dabei stets alle Aikidoka im Blick. Niemand wurde „stehen gelassen“. Wenn Junya gerade woanders war, sprangen erfahrene Teilnehmende selbstverständlich ein. So entstand ein Trainingsklima, in dem sich auch Neulinge schnell aufgehoben fühlten. Auch seine Frau Joanne übernahm eine Einheit und bereicherte unser Programm.

Das Wochenende war intensiv, fordernd und stellenweise schmerzhaft – im besten Sinne. Immer dann, wenn man dachte, es gehe nicht mehr weiter, ging es weiter. Und es wurde besser. Genau das machte dieses Wochenende aus: intensives Training, echte Begegnungen und das Gefühl, gemeinsam an etwas zu arbeiten, das über einzelne Techniken hinausgeht. Nämlich an sich selbst und dem eigenen Aikido.

Auch abseits der Matte blieb Zeit für Begegnung und Austausch. Zwischen den Einheiten wurde diskutiert, gelacht und beobachtet. Gemeinsame Abende – unter anderem bei Pizza – und ein entspannter Ausklang am Sonntag rundeten das Wochenende ab. Bereits in den Tagen vor dem Lehrgang nutzten wir außerdem die Gelegenheit, unserem Gast die Region zu zeigen. Die Weihnachtsmärkte in Ludwigsburg und Esslingen hinterließen dabei sichtbaren Eindruck. Wir freuen uns aufs nächste Mal!

English version

Review: Anniversary Seminar in Waiblingen with Junya Nakatsugawa (6th Dan Aikikai Shodoin)

“You see? Easy!” Junya Sensei did not show anything spectacular. Yet what seemed familiar suddenly became uncomfortably precise. And he saw very clearly what each person could still develop and improve.

For the second time, we were honored to welcome Junya Nakatsugawa from New York Aikikai to Waiblingen. It quickly became clear to everyone involved: this would not be a seminar about simply collecting techniques. Aikidoka from near and far came together to train intensely for three days—and to grow together.

A central theme of the seminar was a conscious return to the basics. Again and again, Junya Sensei brought the practice back to seemingly simple starting points: posture, distance, connection. Things you know—or think you know. That was where the challenge lay. Familiar movements suddenly demanded uncomfortable precision. Small corrections had a big impact. Beginners and advanced practitioners alike benefited from his sharp eye and his focused, individual guidance.

Many participants particularly appreciated the strong emphasis on ukemi. An aspect of training that often receives too little attention at seminars was given deliberate space here. It was not just about falling, but about perception, timing, and trust—in one’s partner and in one’s self. For some it was exhausting, for many surprising, and for everyone a real enrichment.

Despite the high intensity, the atmosphere remained open and welcoming throughout. Junya Sensei taught with focus, yet remained humble. He praised sparingly, motivated generously, and always kept an eye on everyone on the mat. No one was left behind. When Junya was working elsewhere, more experienced participants naturally stepped in to support others. This created a training environment in which newcomers also felt quickly at home. His wife, Joanne, also led one session and added another valuable perspective to the program.

The weekend was intense, demanding, and at times painful—in the best possible sense. Whenever you thought you had reached your limit, it went on. And it got better. That was what defined this weekend: honest training, genuine encounters, and the feeling of working together on something that goes beyond individual techniques—namely on oneself and one’s own Aikido.

There was also plenty of time for connection and exchange off the mat. Between sessions, people talked, laughed, and observed. Shared evenings—including pizza—and a relaxed closing on Sunday rounded out the weekend. In the days leading up to the seminar, we also took the opportunity to show our guest the region. The Christmas markets in Ludwigsburg and Esslingen left a lasting impression. We’re already looking forward to the next time!

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